Gletschertor

Es gibt Orte, da will man unbedingt mal hin. Das Gletschertor ist so ein Ort und er war für mich schon seit einiger Zeit auf der Wunschliste. An diesem Wochenende haben Wetter und andere Dinge gepasst und ich konnte mein Vorhaben endlich in Angriff nehmen.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Bern ins Lötschental zu kommen ist einfach und braucht gar nicht so viel Zeit. Im Lötschental hatte es noch überall Schnee und somit musste ich mich entsprechend vorbereiten und damit rechnen, dass ich entsprechend Zeit brauchen würde.

Der erste Teil des Aufstiegs zur Faffleralp auf der zu einer Langlaufloipe umfunktionierten Strasse und den paar kleinen Abkürzungen dazwischen ging ganz flott und mit den normalen Winterwanderschuhen. Der Himmel war noch bedeckt, was in diesem Fall gar nicht schlecht war, denn ich bekam schon genug warm vom stetigen Aufwärtsgehen. Dann war der einfache Teil des Weges fertig und auf einem schmalen Pfad im Schnee ging es am Anfang noch normal weiter, doch bald sank ich mehr und mehr ein und so kamen die Schneeschuhe zu Einsatz. Der weitere Aufstieg in einer zum Glück vorhandenen Tourenski-Spur ging ganz ordentlich, obwohl an vielen Stellen durch den Wind Pulverschnee in der Spur lag und das Gehen mühsamer machten. Das Gletschertor kam schon bald ins Blickfeld, aber durch den Schnee zog sich der Weg dann doch noch ziemlich weit und auch der Aufstieg wurde nicht einfacher.

Mit Ankunft am Gletscher kam auch rechtzeitig die Sonne und weil ich offenbar das richtige Timing hatte war sie gerade über die Bergflanke gestiegen, so dass das Gletschertor in der Sonne lag. Die Eismassen brachten mich schon dort zum Staunen und auch das Fotografieren hatte ich nicht vergessen. Nach ersten schönen Bildern ging ich anfänglich noch mit Vorsicht in die Höhle (bei all dem Eis das dort rumliegt gab das schon ein bisschen zu denken). Die Dimensionen in der Eishöhle waren gewaltig, überall waren spektakuläre Formen und Massen von Eis, es funkelte und glitzerte. Das Eis an den Wänden war wie Glas, kalt und trocken anzufassen und mit herrlichen Farbschattierungen und Einschlüssen von Kies und Steinen. Gegen oben waren zwei Portale, die Licht in die Höhle brachten und die nicht weniger gewaltig waren, wie das untere Portal. Ich hatte dann mehr als eine Stunde dort drin mit Fotografieren, erfürchtigem Staunen und einfach auch Sehen und Geniessen verbracht.

Die Kälte und der bevorstehende, weite Rückweg habe mich dann wieder Richtung Ausgang bewegt und zufällig habe ich dann noch eine kleinere Nebenhöhle gefunden, welche auch noch begangen werden musste. Dort drin war es nicht mehr so gigantisch, dafür hatte das Sonnenlicht leicht durch die Seitenwand geschimmert und eine ganz mystische Atmosphäre erzeugt.

Mit vielen sehr schönen Bildern und traumhaften Eindrücken hatte ich mich auf den zweistündigen Rückweg gemacht, der wegen der Höhendifferenz nicht mehr so mühsam war, dafür war aber der Schnee weicher geworden und selbst mit Schneeschuhen war es doch noch anstrengend. Es war ein fantastisches Erlebnis und ich bin sicher, dass ich dort wieder vorbeischaue, wieder im Winter oder aber auch im Sommer, wenn das Eis dann am Schmelzen ist.

 

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Christian Züger Verfasst von:

4 Kommentare

  1. Das war bestimmt ein überwältigendes Erlebnis, es liest sich zumindest so. Sehr schöner Bericht mit Insidertipps. Den direkten Vergleich zu Aufnahmen im Sommer fände ich wirklich interessant.
    Nur so als Randbemerkung: Die Bilder in diesem Beitrag lassen sich leider nicht öffnen, jedenfalls nicht von mir, Es erscheint ‚Error 404‘.

    • ChZ
      07/03/2017
      Antworten

      Besten Dank Christiane
      das Problem mit den Bildern sollte jetzt gelöst sein – vielen Dank für den Hinweis! und viel Spass beim Anschauen der Bilder, ich hoffe, dass sie dir gefallen und dich inspirieren!
      LG Christian

    • ChZ
      09/03/2017
      Antworten

      Einmal mehr – Herzlichen Dank Christiane!

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